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InErfahrungsberichte über Stoffwickeln

Von Pampers zu Pockets: Ein Erfahrungsbericht von Sophie über die Umstellung auf Stoffwindeln

Eine befreundete Mama und Kundin von mir war so lieb, einen Erfahrungsbericht über ihre Stoffwindelberatung bei mir und ihren Weg zu den Stoffwindeln zu schreiben. Ich bin froh, dass sie sich letztlich doch für die Beratung entschieden hat, weil sie nun soooo glücklich mit den Windeln (und ein bisschen süchtig danach) ist <3

Das, was Sophie beschreibt, beschreiben viele Eltern in meinen Beratungen und Kursen: Sie bereuen, nicht eher mit den Stoffwindeln angefangen zu haben. Es ist viel einfacher als gedacht und schließlich fragten sie sich, warum moderne Stoffwindeln so unbekannt sind.

Das ändert sich hoffentlich zukünftig 🙂

Inhalt

Unser Weg zu den Stoffwindeln - Von Pampers® zu Pockets (und mehr)

Mein ältester Sohn ist jetzt elf Jahre alt und ich habe lange nicht daran zurückgedacht, wie das damals so war mit ihm und den Windeln.
Bis zu dem Tag, als ich mich das erste Mal damit beschäftigt habe, wie ich seinen jüngeren Bruder wohl weiter wickeln werde.

Beginnen wir aber bei dem großen Bruder. M. wurde im Mai 2006 geboren. Damals war ich noch sehr jung, unerfahren und außerdem alleinerziehend und ständig knapp bei Kasse. Die Ausstattung des Krümels hat ordentlich rein gehauen und die monatlichen Kosten, um ihn zu „unterhalten“ waren nicht ohne.

Wie oft ich mir damals gewünscht habe, es gäbe eine günstigere Alternative. Wie oft habe ich geflucht, wenn er Durchfall bekam und die Windeln plötzlich an einem Sonntag Mittag knapp wurden.

Ich weiß noch, wie ich dann verzweifelt bin, als er plötzlich und ohne jede Vorankündigung von einer üblen Windeldermatitis (Windelausschlag) befallen wurde. Kaum hatte man sie im Griff, ging sie von vorne los.

Nach vielem Hin und Her hieß es dann vom Kinderarzt: „Vermutlich Unverträglichkeit der Windeln“… also habe ich mich durch sämtliche Marken gekauft und getestet. Pampers, sämtliche Eigenmarken von Aldi, Rewe, Rossmann, schließlich blieb ich bei den „Bio-Windeln“ von DM.

DIE Lösung ist es aber nicht gewesen und ich war froh, als er früh trocken wurde (zumindest tagsüber, nachts benötigt er noch immer Windeln und das ist für ihn sehr belastend).

Über Stoffwindeln habe ich damals nicht nachgedacht.

Etwa neun Jahre später kam dann mein zweiter Sohn zur Welt.

Ich habe mir über vieles Gedanken gemacht. Stille ich? Voll? Wie lang? Welcher Kinderwagen soll es werden? Welches Bett? Welche Matratze? Oder doch lieber das Familienbett?

Aber über Windeln, nein auch bei ihm habe ich über keine Alternative nachgedacht und eben das gekauft, was meiner Meinung nach das Beste war.

Also gab es für seinen kleinen Babypo Pampers. Oft haben mein Mann und ich dann geflucht, wenn wieder mal sein Stuhl förmlich explodierte und ihm den ganzen Rücken hoch kroch oder an den Seiten raus quoll.

Schnell kam dann das alt bekannte Problem dazu: Er wurde wund… und noch ein bisschen mehr wund.

Viele bunte Stoffwindeln

Und wohin dann mit dem Häufchen???

Schließlich hatte ich dann ein Gespräch mit einer anderen Mami aus einer Mamigruppe bei Facebook. Und wie der Zufall es wollte, war sie gerade zertifizierte Stoffwindelberaterin geworden. Nach ein wenig Hin und Her mit dem Ehemann, habe ich dann ein Beratungsgespräch bei ihr gehabt.

Sie hat sich wirklich Zeit genommen und sämtliche Vorurteile, die wir so gegen Stoffwindeln hatten, ausgeräumt. Und das waren wohl die typischen Vorurteile, die man als Neuling so haben kann. Im Kopf meines Mannes und auch in meinem herrschte das übliche Bild von mit Stoff gewickelten Kindern unserer Generation. Mullwindeln und dann die Gummihosen drüber… komplizierte Falttechniken und tonnenweise Wäsche 😀

Mein Mann fragte ständig: „Und wo landet dann die Kacka? Muss ich die dann raus kratzen mit dem Löffel? Und dann kommt die restliche Aa in die Maschine mit dem Spucktuch? Und L. hat dann so eine Gummibuchse an, wie wir früher? Und die Mullwindeln halten dann mit der Klammer oder nem Knoten? Im Leben hält das nicht so dicht wie die Wegwerfwindeln. Und niemals nie nie nie ist das billiger. Ständig waschen…“

Also habe ich ihm versucht zu erklären, wie das so ist mit den Stoffis. Einen ganzen Abend haben wir im Wohnzimmer vor dem Rechner verbracht und ich habe mit ihm ausgerechnet was uns ein Paket Wegwerfwindeln kostet und wie viel uns ein Set Stoffis kostet – und dass wir diese Anschaffung in knapp drei Monaten wieder raus haben werden.

Schließlich zuckte er die Schultern und meinte: „Kann nur besser werden!“

Also habe ich mit meiner Stoffwindelberaterin ein kleines Paket mit Stoffis bestellt. Das System, welches sie mir nach der Beratung empfohlen hatte, war auch tatsächlich eine super Sache und mein wickelfeindlicher Ehemann wurde zu einem Wickelfreund 😀

Und schnell würde der böse rote Po des Sohnes besser. Natürlich hatten wir anfangs unsere Probleme mit dem Anlegen und den Waschintervallen, das erfordert ein wenig Übung. Aber wir könnten uns immer an unsere Beraterin wenden und auch nach 10 aufeinanderfolgenden Fragen, ob denn die Windel jetzt auch wirklich richtig am Baby ist oder ob sie höher tiefer, kleiner oder größer geknöpft werden muss, hatte sie immer noch eine Engelsgeduld.

Stoffwindelsammlung (Pocketwindeln)

Mit Stoff wickeln? Das wollt ihr doch nicht wirklich…

Doch wollten wir! Und zwar unbedingt.

Trotz der Startschwierigkeiten wollten wir nicht wieder zurück zu den Wegwerfwindeln.

Von vielen Seiten bekamen wir eine super positive Resonanz. Der Kinderarzt war begeistert, wie gesund und natürlich das sei und so im Einklang mit allem was uns wichtig ist für den Kleinen.

Andere Eltern sprachen mich im Wartezimmer an, beim Babyschwimmen und im Elterncafé, wo ich denn so süße Windeln her hätte.

„Quatsch, das sind doch keine Stoffwindeln! Die sahen doch ganz anders aus in meiner Erinnerung.“ hörte ich fast jedes Mal. Auch im Bekanntenkreis bekam ich fast nur positives Feedback… aber eben nur fast.

Denn genau wie das positive Feedback blieb auch das negative nicht aus. Oft hörte ich: „Mit Stoff wickeln? Warum auf einmal so öko? Das wollt ihr doch nicht wirklich. Weshalb wollt ihr euch den Stress antun? ICH wickel ihn aber nicht damit, wenn er hier ist… das ist doch total ekelhaft und unhygienisch, da hockt er ja quasi in seiner Pfütze. Mit Pampers ist der Po doch viel trockener, sprich sauberer, also hygienischer!“

Ich hätte da oft gerne einen sarkastischen Kommentar abgelassen, aber so spontan fiel mir oft keiner ein…

Seit einem Jahr wickeln wir nun mit Stoff. Und die Gemüter haben sich beruhigt. Von der anfänglichen Skepsis und der Abneigung den Stoffwindeln gegenüber blieb schnell nichts mehr übrig. Oma und Opa finden es klasse, auch wenn sie sich das Wickeln nicht wirklich zu trauen. Sie schauen immer und sagen: „Ist ja eigentlich dasselbe wie mit den Pampers.“ Aber das wickeln bleibt meist in unserer Hand.

Auch die zukünftige Erzieherin ist den Stoffis nicht abgeneigt und freut sich sehr darauf, die hübschen bunten Windeln zu nutzen.

Am Schnuppertag in der Kita habe ich L. damit gewickelt und sie stand dabei und sagte: „Die stinken ja gar nicht. Also ich finde Pampers stinken immer, nach dem Inhalt und irgendwas Anderem… selbst ohne Inhalt müffeln die irgendwie. Aber deine, da rieche ich nur den Inhalt…“ Sprach‘s, nahm sich eine saubere Stoffwindel und roch daran „Und ohne Inhalt riecht die nach Waschmittel.“

Positiver eingestellt sein kann man gar nicht, dachte ich. Ich hoffe es bleibt so und ich muss nicht doch noch plötzlich Wegwerfwindeln anschaffen. Aber darüber mache ich mir erst Gedanken, wenn es soweit ist.

Edit 2018: In der Kita klappte es mit den Stoffwindel super und L. war mit 2,5 Jahren trocken.

Baby mit Pocketwindel von hinten.
Pocketwindeln auf dem Wäscheständer.

Unser Fazit

Sollten wir noch einmal Nachwuchs bekommen, werden wir weiter mit Stoff wickeln, so viel steht fest.

Es erspart jede Menge Müll, Geld, und vor allem erspart es meinem Kind die Chemie an der empfindlichen Babyhaut.

Wir sind nun von den Pocketwindeln zu AIO und schließlich zu AI3 (gDiapers) gelangt und sind zufrieden und glücklich und erfreuen uns an den vielen schönen Motiven und Farben 🙂

Für uns stellt sich dann lediglich die Frage: „Wohin mit den vielen wunderschönen bunten Stoffwindeln?“ Denn eins ist klar, hat man einmal angefangen, dann entdeckt man sooo viele schöne Motive, die man liebgewinnt und die man nicht mehr gern hergeben will.

Lust auf Stoff?

Wenn dich jetzt die Lust auf Stoffwindeln gepackt hat, dann leg los 🙂

In meinem Onlinekurs zeige ich dir Schritt für Schritt wie es geht!

Nach dem Kurs kannst du außerdem ein Testpaket bei meinen Kolleg*innen mieten, wenn dein Baby schon ein paar Monate alt ist.

Für Neugeborene habe ich spezielle Mietpakete im Angebot.

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